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Physiotherapie – vom Befund bis zur Behandlung

Physiotherapie verbessert und unterstützt die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers. Verschiedene Schmerzen und Beschwerden lassen sich mit gezielten Anwendungen mildern, ohne sie operativ oder medikamentös zu behandeln. Liegt ein Rezept für angewiesene Therapien vor, übernimmt die Krankenkasse alle Kosten. In unserem Ratgeber erfährst du mehr über die verschiedenen Methoden und ihre heilende Wirkung.
Besonderheiten
  • Definition Physiotherapie
  • besondere Methoden
  • Kostenerstattung
  • Behandlungsablauf
  • mögliche Risiken
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Die Physiotherapie besteht aus zwei Säulen: der Krankengymnastik und der physikalischen Therapie. Auch die manuelle Therapie zählt hier als Sonderform dazu.
  • Die verschiedenen Behandlungsmethoden helfen bei Rückenschmerzen, bei Nervenschäden oder auch bei Funktionsstörungen der inneren Organe. Sie unterstützen den Stoffwechsel und die Durchblutung, schulen die Beweglichkeit und steigern Kraft und Ausdauer des Patienten.
  • Physiotherapie kann von einem Hausarzt oder Orthopäden auf Rezept verschrieben werden. Dieses ist zwei Wochen gültig und umfasst meist 6 – 10 Behandlungen, je nach Befund.

Was ist eine Physiotherapie?

Physiotherapie gilt als ein natürliches Heilverfahren und besitzt ein großes Spektrum an Behandlungsformen. Die verschiedenen Einheiten und äußeren Reize sorgen dafür, gestörte Körperfunktionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das betrifft sowohl Verletzungen der innere Organe als auch der Muskeln, Wirbelsäule und Gelenke. Eine solche Einheit kann ergänzend zu Medikamenten durchgeführt werden und verhindert möglicherweise eine Operation. Ziele der Physiotherapie sind:

  • Anregung von Durchblutung und Stoffwechsel
  • Schmerzlinderung
  • Verbesserung von Kraft und Ausdauer
  • Training von Koordination und Beweglichkeit

Die therapeutischen Übungen gibt es nur auf ärztliche Anordnung. Sie lösen muskuläre Verspannungen und Blockaden. Dabei tritt ein gewisser Gewöhnungseffekt im Körper ein. Wiederholte Bewegungsabläufe schulen die Bänder, Muskeln und Sehnen und bringen den Körper in eine neue und korrekte Position. Gleichzeitig steigert das die komplette Leistungsfähigkeit und wirkt sich positiv auf die Organe aus.

Der Patient führt verschiedene Behandlungen gemeinsam mit seinem Therapeuten durch. Dabei kann er sich aktiv aus eigener Kraft bewegen oder der Therapeut leitet die Bewegungen an. Bei einer resistiven Übung hilft der Gegendruck im Wasser oder gegen ein Gerät. Die Behandlungen gibt es:

  • stationär: in einem Krankenhaus oder in einer Reha-Klinik
  • ambulant: in einer Praxis für Physiotherapie
  • mobil: Ältere Menschen profitieren von der mobilen Physiotherapie und Hausbesuchen, um bestimmte Bewegungsabläufe in der gewohnten Umgebung durchführen zu können.

Unterschied zwischen Krankengymnastik und Physiotherapie?

Der Begriff der Physiotherapie steht ganz oft im Zusammenhang mit der Krankengymnastik oder wird sogar verwechselt. Natürlich gibt es hier Gemeinsamkeiten. Im Grunde handelt es sich aber um die zwei Standbeine der Physiotherapie:

  • Krankengymnastik
  • physikalische Therapie

Beide Bereiche zusammen können als Physiotherapie bezeichnet werden. Der Begriff leitet sich her von „physis“ – Körper und von „therapeia“ – heilen. Die manuelle Therapie ist eine besondere Form der Krankengymnastik und zählt mit zur Bewegungstherapie. Schauen wir uns in den kommenden Abschnitten die Teilbereiche der Physiotherapie etwas genauer an.

Physikalische Therapie – Stimulation mit äußeren Reizen

In dem Bereich der physikalischen Therapie werden bestimmte Körperreaktionen hervorgerufen. Das funktioniert über äußere Reize oder über physikalische Mittel. Daher trägt der Teilbereich auch seinen Namen. Die Methoden werden ergänzend zur Bewegungstherapie genutzt und verstärken hier die heilenden Effekte. Sowohl Masseure als auch Physiotherapeuten bieten folgende Therapieformen an:

TherapieErklärung
Massagetherapie
  • lindert Schmerzen und Verspannungen
  • klassische Massage lockert die Muskulatur auf
  • fördert die Durchblutung
  • Fokus auf Rücken und Nacken
  • Reflexzonenmassage mit Wirkung auf Organe
  • Lymphdrainage als spezielle Massage
  • dient dem Abtransport überschüssiger Lymphflüssigkeit
Hydrotherapie
  • Wechselbäder als Heilmittel
  • Einsatz von warmen und kaltem Wasser
  • Kneipp-Bäder
  • stärkt das Heiz-Kreislauf-System
  • Verwendung von Wickeln oder Güssen
Balneotherapie
  • Inhalation, Bäder und Tinkturen
  • wohltuende warme Bäder mit Zusatzstoffen
  • bei rheumatischen Erkrankungen oder Hautproblemen
  • Bäder mit Schlamm und Algen
  • Inhalation mit Wasserdampf und Medikamenten
  • Linderung von Atemwegserkrankungen
Elektrotherapie
  • Stimulation mit Reizströmen (TENS)
  • im niederfrequenten Bereich
  • mittelfrequente Wechselströme
  • aktivieren Heilungsprozess
  • Muskeln kontrahieren und stärken sich
  • auch bei Lähmungen, Tinnitus oder Inkontinenz
Thermotherapie
  • beinhaltet Wärme- und Kältetherapie
  • Gelenke und Knochen werden erwärmt
  • über Heißluft, Bäder, Wickel oder Fangopackungen
  • Einsatz eines Ultraschallgeräts
  • steigert Durchblutung und löst Verspannungen
  • Kältetherapie mit Kaltluft oder Eiskompressen
  • ideal bei Sportverletzungen oder Schwellungen
Heliotherapie
  • als Lichttherapie bekannt
  • mit Sonnenstrahlung (UVB)
  • Steigerung des Vitamin D Spiegels
  • bei Hauterkrankungen und Osteoporose
  • wirkt gegen saisonale Depression

Bereich der Krankengymnastik – am meisten verordnet

Die Krankengymnastik wird gern als Synonym für Physiotherapie verwendet. Sie gehört aber nur der Bewegungstherapie an und wird von den Ärzten besonders häufig verschrieben. Die Patienten wirken oft aktiv bei der Einheit mit oder bekommen Unterstützung durch den Therapeuten. Dabei werden zusätzliche Geräte und Hilfsmittel verwendet, wie beispielsweise der Ball oder das Band. Je nach Symptomen und Beschwerden der Patienten lassen sich die Übungen individuell anpassen. In Verbindung mit der physikalischen Therapie verstärken sich die Erfolge sogar. In diesen Bereichen ist die Krankengymnastik hilfreich:

  • Knochenbrüche
  • Sportverletzungen
  • Dysbalance der Wirbelsäule
  • nach Unfällen
  • nach einem Schlaganfall
Wichtig
Krankengymnastik muss immer von einem ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführt werden.

Manuelle Therapie – mehr als eine Massage

Ein weiterer Teilbereich ist die manuelle Therapie. Hier wirkt der Patient jedoch nicht mehr aktiv mit, sondern lässt die Behandlung geschehen. Der Therapeut fühlt mit seinen Händen genau Verspannungen in den Muskeln, Blockaden oder Fehlstellungen der Gelenke. Verschiedene Handgriffe und Techniken helfen ihm nun dabei, die Ursache zu beheben. Über Druckpunkte und Drehungen sollen die Muskeln, Gelenke und Nerven später wieder miteinander harmonieren. Darüber hinaus teilt sich die manuelle Therapie noch in drei weitere Einheiten:

Mobilisation

Bei dieser Einheit werden gezielt Bewegungen immer wieder durchgeführt. Somit steigert sich der Bewegungsspielraum des jeweiligen Gelenks.

Manipulation

Die Manipulation erfolgt über kleine und schnelle Bewegungen an einem bestimmten Körperteil. Sie steigern dessen Funktionsfähigkeit.

Adjustierung

Mit gezielten Handgriffen finden die Wirbel wieder ihre richtige Position. Zur Anwendung kommt diese Methoden beispielsweise bei einem Hexenschuss.

Die manuelle Therapie aus der Medizin hat im Grunde nichts mit einer Massage gemeinsam. Die Handgriffe müssen präzise sitzen und erfordern eine langjährige Ausbildung. Zugelassene Physiotherapeuten müssen noch viele Stunden investieren, um die Manualtherapie ausführen zu dürfen. Teilweise verschwimmen die Grenzen hin zur Osteopathie oder Chiropraktik, da diese ähnlich funktionieren.

Wichtig
Die manuelle Therapie sollte niemals bei akuten Verletzungen zum Einsatz kommen. So könnte ein noch größerer Schaden im Körper entstehen.

Spezielle Methoden der Physiotherapie – Bobath, Vojta oder CMD

Die Anwendungsbereiche sind sehr vielseitig und wurden mit speziellen Methoden noch erweitert. Sie zielen nur auf einen bestimmten Einsatz oder auf bestimmte Beschwerden ab und besitzen eine klar definierte Wirkung. Dazu zählen:

Physiotherapie nach Bobath

Diese Krankengymnastik ist für Menschen mit einem neurologischen Schaden gedacht – ob angeboren oder erworben. Das gilt beispielsweise nach einem Schlaganfall oder für neugeborene mit Einschränkungen in der Bewegung. Immer wiederholende Abläufe sorgen dafür, dass sich Nerven und Synapsen in der Schadregion neu bilden und die Bewegungen wieder flüssig laufen.

Vojta Therapie

Die Vojta Therapie basiert auf speziell ausgeübten Druckpunkten. Diese lösen verschiedene Reflexe aus und stärken damit die Muskelfunktionen.

Physiotherapie nach Schroth

Diese Form der Gymnastik dient Menschen mit Skoliose. Dabei handelt es sich um einer Verformung der Wirbelsäule, die enorme Schmerzen mit sich bringen kann. Verschiedene Dehnungsübungen und eine gezielte Kräftigung der Muskulatur lindert jedoch die Schmerzen und zögert und verhindert eine weitere Verformung. Das Trainings basiert dabei stets auf einer geraden Körperhaltung, die auch im Alltag so umgesetzt werden sollte.

Therapie am Gerät

Verschiedene Therapieansätze werden an Geräten absolviert. Dazu gehören beispielsweise Ergometer, Bälle, Bänder oder Geräte zum Krafttraining. Auch Zugapparaturen kommen zum Einsatz. Ziel ist es, die Ausdauer, Kraft und Koordination zu stärken.

Sportphysiotherapie

Sportler haben sehr spezielle Bedürfnisse, wenn es um ihr Training und ihren Körper geht. Über eine entsprechende Physiotherapie erlernen sie das richtige Aufwärmen und reduzieren das Verletzungsrisiko. Auch bereits bestehende Verletzungen durch den Sport werden mit dieser Therapieform behandelt.

Behandlung bei CMD

CMD steht hierbei für craniomandibuläre Dysfunktion und bezeichnet eine Fehlhaltung des Kiefers. Das führt zum bekannten Zähneknirschen und bringt Probleme beim Kauen mit sich. Aber auch Nacken- und Kopfschmerzen resultieren aus dieser Fehlstellung und können über eine Physiotherapie gezielter behandelt werden.

Atemtherapie

Die Stärkung der Atemmuskulatur spielt bei Lungenerkrankungen eine wichtige Rolle. Asthmatiker nehmen ihren Körper dadurch besser wahr und trainieren die leichtere Atmung auf Dauer. Ebenso ist die Therapie in Geburtsvorbereitungskursen bekannt, um die bevorstehenden Schmerzen besser zu verarbeiten.

Rückenschule

Das Rückentraining dient zur Rehabilitation bei bereits bestehenden Beschwerden als auch zur Prävention. Somit lassen sich Fehlhaltungen korrigieren und die Muskulatur stärken. Die erlernten Abläufe aus der Therapie sollten auch zu Hause fortgeführt werden. Die bessere Beweglichkeit wirkt sich dann auch auf das Wohlbefinden aus.

Manuelle Lymphdrainage

Diese Therapie funktioniert über streichende Handbewegungen. Mit gezieltem Druck geht der Therapeut an geschwollenes Gewebe heran, meist an den Beinen oder Armen. Angestaute Flüssigkeit (Lymphe) soll so besser abtransportiert werden. 1)https://search.pedro.org.au/search-results/record-detail/10774

Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)

Gibt es eine Störung in den natürlichen Bewegungsabläufen, kommt die PNF Therapie zum Einsatz. Hier geht es um das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln, die mit gezielten Berührungen stimuliert werden. Bewegungsmuster lassen sich somit stetig verbessern.

Wann wird Physiotherapie angewandt?

Physiotherapie greift über drei Bereiche hinweg: Prophylaxe, Akuttherapie und Rehabilitation. Manche Behandlungen dienen zur Vorbeugung bestimmter Krankheiten. Das ist in manchen Berufen der Fall, die eine Fehlhaltung verursachen können. Gleichzeitig schulen die Übungen das eigene Körpergefühl und helfen, auch im Alltag auf die Details für eine bessere Gesundheit zu achten.

Die akute Therapie wird immer im Falle von Schmerzen verschrieben. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da nicht alle Ansätze dafür geeignet sind. Richtig angewandt fördern sie jedoch den Heilungsprozess, zum Beispiel auch nach orthopädischen Krankheiten. Später greift die Physiotherapie dann zur Rehabilitation, beispielsweise nach Unfällen oder einem Schlaganfall. Dank der Methoden werden die motorischen Fähigkeiten und die körperliche Beweglichkeit verbessert. Die Rehabilitation dient dabei, wieder leichter in den Alltag zu gelangen.

Die genannten Wirkungsziele sind jedoch nicht nur getrennt voneinander zu betrachten. Sie bedingen sich manchmal gegenseitig. Grundsätzlich kommt die Physiotherapie bei folgenden Beschwerden zum Einsatz:

BeschwerdenDetails
Stütz- und Bewegungsapparat
Innere Organe
  • Atemwegserkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Magen-Darm-Probleme
  • Lungenfibrose
  • Mukoviszidose
  • Morbus Chron
Nervensystem
Chronische Erkrankungen
  • Asthma
  • Parkinson
  • Fibromyalgie
  • Down-Syndrom

Physiotherapie auf Rezept – Behandlung verschreiben lassen

Eine physiotherapeutische Behandlung wird meist du den eigenen Hausarzt oder einem Orthopäden verschrieben. Bei bestimmten Verspannungen oder CMD kommt das Rezept vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden. Sprich also bei deinem behandelnden Arzt vor, erkläre deine Beschwerden und Symptome und lass dir ein passendes Rezept ausstellen.

Wie oft du Physiotherapie verschieben bekommst, ist durch den Heilmittelkatalog definiert. Meist sieht ein Rezept 6 bis 10 Behandlungen vor. Ist die Therapie noch nicht abgeschlossen oder die Heilung erfolgt, so gibt es zwei Folgeverordnungen. Allerdings ist hier ein ausführlicher Bericht der Physiopraxis notwendig. Stellt sich in dieser Zeit eine weitere Diagnose heraus, kann ein neuer Fall mit einem neuen Rezept geöffnet werden.

Sind die Folgeverordnungen komplett ausgeschöpft und das Therapieziel ist immer noch nicht erreicht, so muss ein neuer Regelfall aufgemacht werden. Du brauchst als Patient wieder ein neues Rezept, musst aber auch eine Pause von 12 Wochen einhalten. Besprich mögliche Bedenken und Erfolge immer mit deinem Therapeuten und entscheidet gemeinsam, wie ihr verfahren möchtet.

Das musst du als Patient wissen:

  • Im Heilmittelkatalog ist genau festgelegt, wie viel Anwendungen im Regelfall durch den Arzt verordnet werden dürfen. Bis zu zwei Folgeverordnungen sind möglich, wenn die Therapie noch nicht zielführend gewesen ist.
  • Nur bei chronischen Erkrankungen ist eine Verordnung außerhalb des Regelfalls möglich. Trotzdem sind die therapeutischen Behandlungen durch ein Budget begrenzt.
  • Geht es um eine Verordnung außerhalb eines Regelfalls, musst du stets die Genehmigung deiner Krankenkasse einholen.
  • Ein Rezept ist nur 14 Tage gültig. Die Behandlung muss also in den kommenden zwei Wochen nach der Ausstellung beginnen. Alle Folgetermine können dann individuell vergeben werden.
  • Nur für bestimmte Erkrankungen gibt es eine langfristige Physiotherapie, die ohne einen Antrag bei der Krankenkasse auskommt. Die Patienten müssen sich jedoch regelmäßig beim Arzt vorstellen. Gleichermaßen gibt es Anträge bei der Krankenkasse für Ausnahmefälle.

Wer übernimmt die Physiotherapie Kosten?

In der Regel übernimmt deine Krankenkasse alle Kosten für die Physiotherapie. Dafür wird das Rezept vom Arzt ausgestellt. Je nach Behandlungsmethode sind jedoch Zusatzzahlungen fällig, beispielsweise 10 – 30 Euro pro Behandlung. Diese Kosten müssen dann aus eigener Tasche beglichen werden, wenn die Krankenkasse keine Übernahme garantiert. Am besten informierst du dich also vorab bei deiner Kasse, welche Kosten genau übernommen werden.

Was wird bei der Physiotherapie gemacht?

Nachdem die jeweilige Diagnose vom Arzt festgestellt und ein Rezept ausgestellt wurde, nimmst Du Kontakt zu einer Praxis für Physiotherapie auf. Bei akuten Beschwerden ist zeitnah mit einem Termin zu rechnen. Zum ersten Besuch gehört ein umfassendes Gespräch zur Krankheitsgeschichte und zu den aktuellen Lebensumständen. Jeder gute Physiotherapeut sollte die Diagnose des Arztes hinterfragen und sich selbst ein Bild machen. Gezielte Griffe helfen dabei, den Schmerz besser zu lokalisieren.

Nach dem Erstgespräch muss der körperliche Allgemeinzustand dokumentiert werden. Der Therapeut prüft dann die Beweglichkeit, Belastbarkeit und die Kraft des Patienten. Anschließend wird ein Behandlungsplan erarbeitet und du bekommst die verschiedenen Therapiemöglichkeiten näher vorgestellt. Meist legt ihr gemeinsam die Folgetermine fest, damit eine regelmäßige Behandlung garantiert bleibt. Zudem bekommen manche Patienten noch Übungen für Zuhause in die Hand, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Zu jeder Behandlung solltest du ein Handtuch mitbringen, das als Unterlage genutzt wird.

Wichtig
Nur mit aktiver Zusammenarbeit zwischen dem Therapeuten und dem Patienten kommt es zum gewünschten Therapieerfolg.

Risiken und Nebenwirkungen

Unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten sind Risiken größtenteils ausgeschlossen. Natürlich kann es bei der Massage oder manuellen Therapie zu Blutergüssen führen. Auch Muskelkater ist nach den ersten Sitzungen möglich und das beste Anzeichen für den Muskelaufbau. Je intensiver das Training und je schwacher der Patient, desto eher sind Müdigkeit und Erschöpfung ein Thema. Vor allem bei älteren Menschen sollten sich die Therapeuten viel Zeit lassen und die Erschöpfung zeitnah erkennen. Mit jeder Behandlung bessern sich aber auch diese Erscheinungen. Weitere Nebenwirkungen können sein:

  • Entzündungen
  • Schwindel
  • Verletzungen
  • Schmerzen

Um Risiken und Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten die Übungen immer sauber durchgeführt werden. Außerdem musst du als Patient immer angeben, wenn dir eine Behandlung unangenehm ist, sich Schmerzen entwickeln oder andere Probleme auftreten.

Physiotherapie Ausbildung

Jeder angehende Physiotherapeut muss eine schulische Ausbildung absolvieren. Dafür gilt die mittlere Reife als Voraussetzung. Die Bewerbung erfolgt dann an einer staatlichen oder privaten Berufsschule, die dich mit Theorie und Praxis versorgt. Gleich zu Beginn werden wichtige Themen, wie die Anatomie des Menschen oder Physiologie behandelt. In verschiedenen Praktika wendest du das gelernte Wissen an. Teilweise haben Unikliniken oder Krankenhäuser eine Kooperation mit den Schulen und bieten viele Möglichkeiten für den praktischen Teil an. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahr. Der Start für das nächste Ausbildungsjahr beginnt meist im Herbst. Manche Schulen bieten aber auch verschiedene Starttermine an. Mittlerweile kannst du Physiotherapie studieren oder die Ausbildung in einem dualen Studium absolvieren. Das Studium steht dabei auch immer in Verbindung mit der Ausbildung zum staatlich anerkannten Physiotherapeuten.

Bereits Auszubildende bekommen ein Gehalt von etwa 1.000 Euro. Je nach Weiterbildung und nach deinen Fähigkeiten steigert sich das Gehalt im Laufe der Jahre. Außerdem bekommst du die Chance, eine eigene Praxis für Physiotherapie zu eröffnen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

FrageAntwort
Was ist der Unterschied zwischen Ergotherapie und Physiotherapie?Der Unterschied liegt im Ansatz der beiden Therapieformen. Die Physiotherapie ist dabei eher funktionsorientiert und soll gestörte Körperfunktionen wieder normalisieren. Die Ergotherapie erweitert die Handlungsfähigkeit des Patienten und erleichtert damit das tägliche Leben, beispielsweise beim Waschen und beim Anziehen.
Wie lange ist ein Rezept für Physiotherapie gültig?Ein ausgestelltes Rezept ist 14 Tage lang gültig. In dieser Zeit musst du Kontakt zu einer Physiotherapie Praxis aufnehmen und eine erste Behandlung in Anspruch nehmen. Der Abstand von allen weiteren Behandlungen legt der Therapeut selbst fest.
Wie lange dauert eine Behandlung?Je nach Behandlungsmethode dauert eine Sitzung zwischen 30 und 60 Minuten. Manche Strombehandlungen sind auch kürzer festgelegt. Die Anamnese wiederum kann etwas länger dauert, weil ein ausführliches Erstgespräch stattfinden muss.
Wie oft kann man sich Physiotherapie verschreiben lassen?Ist ein Rezept abgearbeitet, kann der Arzt zwei weitere Folgeverordnungen ausstellen. Allerdings hält er hier immer Rücksprache mit der behandelnden Praxis und lässt sich ein Gutachten ausstellen. Wird zum gleichen Regelfall ein neues Rezept benötigt, muss der Patient 12 Wochen Wartezeit vorweisen.
Warum Zuzahlung bei Physiotherapie?Die Zuzahlung ist mit Sozialgesetzbuch fünf (SGB V §61 V) geregelt. Jeder Versicherte der gesetzlichen Krankenkasse muss ein Teil der verordneten Heilmittel selbst tragen. Bei der Physiotherapie sind das etwa 10% der Kosten.
Warum Schmerzen nach Physiotherapie?Nach einer Behandlung kann es zu Muskelkater oder Schmerzen kommen. Das gehört zu den Nebenwirkungen und gilt als normal. Der Körper beginnt zu arbeiten und die ersten Prozesse wurden in gang gesetzt. Sollten aber die Schmerzen weiterhin anhalten oder schlimmer werden, kontaktiere deinen Therapeuten oder einen Arzt. Eine falsche Behandlung ist meist sofort durch Schmerzen zu erkennen.
Wer darf Physiotherapie verschreiben?Ein Rezept stellt dir dein behandelnder Hausarzt aus. Ebenso haben Fachärzte die Möglichkeit auf eine Überweisung. Selbst Kieferorthopäden oder Zahnärzte können dir bei Verspannungen der Gesichtsmuskeln oder starken Beeinträchtigungen ein solches Rezept ausstellen.

Quellen

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